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von Roger Blum

Aruba

Die Flugzeugwracks von Renaissance Island


Wrackfans kommen vor Aruba voll auf ihre Kosten. Vor dem Flughafen von Oranjestad liegen zwei gut erhaltene Flugzeugs-Wracks.

Etwa 300 m vor Renaissance Island befinden sich in nur 12 m Tiefe die Überreste einer Convair CV 240. Das Kurzstrecken-Passagierflugzeug des amerikanischen Flugzeugherstellers Consolidated Vultee Aircraft Corporation hatte als erste zweimotorige Linienmaschine eine Druckkabine. Es bot bis zu 40 Passagieren Platz. Spätere Ausführungen hatten sogar 48 Sitze. Der Flugzeugtyp wurde von 1947 bis 1958 gebaut und blieb bis Mitte der 1960iger Jahre bei den großen Fluggesellschaften im Kurzstreckenbetrieb im Einsatz. In Asien, Afrika und Mittel- und Südamerika wurden Maschinen des Typs Convair CV 240 noch bis zum Jahre 2000 geflogen.



Die vor Aruba liegende Maschine soll angeblich Ende der 1980iger Jahre während einer Drogen-Razzia konfisziert worden sein. Da man keine Verwendung für das Flugzeug fand, wurde es von den Behörden versenkt und fand vor Renaissance Island seine letzte Ruhestätte. Das Wrack ist bereits sichtlich zerstört. Hurrikan Lenny hat es im Jahre 1999 in zwei große Teile zerbrochen. Das Cockpit ist und einige Teile des Rumpfes sind noch gut erhalten. Die Propeller, das Seitenleitwerk und das Fahrwerk liegen in unmittelbarer Nähe. Deutlich zu erkennen ist auch eine Tür des Flugzeugs. Die Türen mit der eingebauten Gangway verringerten die Abhängigkeit von Bodeneinrichtungen und beschleunigten die Passagierabfertigung.


Nur einige Flossenschläge neben dem Wrack der Convair liegen die Überreste einer ehemaligen Passagiermaschine der Air Aruba vom Typ YS-11. Das Flugzeug war eine von drei YS-11, mit der Air Aruba im Jahre 1988 den Linienverkehr aufnahm. Die Maschine war 26,3 m lang und bot bis zu 64 Passagieren Platz. Sie hatte eine Flügelspannweite von 33 m. Die YS-11 wurde vom japanischen Herstellerkonsoritum Nihon Aircraft Manufracturing Company (NAMC) gebaut und war wohl das einzige erfolgreiche japanische Passagierflugzeug. Insgesamt wurden 182 Stück dieses Flugzeugstyps gebaut. Die Produktion wurde 1974 nach 10 Jahren eingestellt.



Nachdem Air Aruba im Oktober 2000 in Konkurs ging, fand die Maschine eine neue Verwendung als künstliches Riff. Sie wurde im Jahre 2004 von der Aruba Water Sports Association vor Renaissance Island versenkt. Das Flugzeug steht aufrecht am seicht abfallenden Riff. Das Cockpit befindet sich in 14 m Tiefe und das Heck auf 25 m. Da die Sichtverhältnisse sehr gut sind, kann man das vollständig erhaltende Wrack bereits aus der Ferne in seiner gesamten Größe betrachten. Beim näher heran tauchen sah ich eine Schildkröte über dem Rumpf der Maschine, die jedoch schnell im Blau des Meeres verschwand. Plötzlich erschien über den Tragflächen ein stattlicher Barrakuda so als wolle er zeigen, wer hier der Herr im Hause ist. Ich tauchte an der rechten Tragfläche vorbei zum Heck, umrundete das Seitenleitwerk und sah, dass sowohl die hinteren als auch vorderen Ausgänge geöffnet sind. Ich schaute ins Innere der Maschine. Der Kabinenraum ist vollständig ausgeräumt. Durch den hinteren Eingang tauchte ich in die Maschine.


Es ist schon ein eigenartiges Gefühl durch die Fensterscheiben aus dem Inneren des Flugzeugs ins endlose Blau des Karibischen Meeres zu schauen. Ab und zu schaute ein Doktorfisch von außen hinein. Erstaunlicherweise waren im Inneren des Flugzeugs kaum Fische zu finden. Ich tauchte durch die gesamte Kabine bis zum Cockpit. Dort sind noch die Sitze, das Steuerhorn von Pilot und Co-Pilot sowie die Instrumentenleiste zu erkennen. Am vorderen linken Kabinenausgang verließ ich die Maschine.


Da sich der Tauchplatz in unmittelbarer Nähe des Flughafens von Oranjestad befindet, fliegen beim Ab- und Auftauchen häufig große Passagiermaschinen im tiefen Landeanflug über den Köpfen der Taucher. Der Ausflug zu den Flugzeugwracks vor Renaissance Island war für mich ein außergewöhnliches Taucherlebnis.

Wracktauchfans empfehle ich auch einen Tauchgang am Wrack des deutschen Frachters "Antilla". Der 133 m lange Frachter liegt an der Nordwestküste Arubas bei Malmok Beach in 18 m Tiefe. Der Frachter wurde von seinem Kapitän versenkt, als die Deutschen im 2. Weltkrieg in Holland einfielen.

Ein weiterer interessanter Tauchplatz Arubas ist das "Pedernales"-Wrack. Es liegt etwa 1 km westlich von Palm Beach in einer Tiefe von 11 m. Der Tanker wurde im 2. Weltkrieg Opfer eines deutschen Torpedos. Die US-Marine zersägte das Wrack in drei Teile und ließ das mittlere, vom Torpedo beschädigte Wrackteil zurück.

Text und Fotos: Roger Blum



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