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Was lebt im Mittelmeer?




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von Roger Blum

Tauchen in Griechenland

Das Messerschmitt-Wrack vor Kreta


Einer der berühmtesten Tauchplätze des Mittelmeeres befindet sich ca. 800 m vor der Küste des kleinen Örtchens Anissaras bei Hersonissos (Chersónissos) auf Kreta. Dort liegt auf dem Grund der Ägäischen See in 24 m Tiefe das gut erhaltene Wrack einer Messerschmitt Bf 109. Wurde das deutsche Jagdflugzeug im Mai 1941 während der „Operation Merkur“ abgeschossen?


Kreta. Aufgrund der geographischen Lage an der Grenze Europas zu Afrika und Asien war die Mittelmeerinsel in der Vergangenheit schon immer das Ziel von fremden Mächten. So natürlich auch im 2. Weltkrieg. Nach der deutschen Eroberung Griechenlands zogen sich die britischen Truppen nach Kreta zurück, um die strategisch wichtige Insel zu halten. Für sie war der Besitz der Insel für die Verteidigung Ägyptens und Maltas wichtig. Ebenso war sie idealer Ausgangspunkt, um Operationen von See- und Luftstreitkräften gegen das griechische Festland, die rumänischen Erdölfelder von Ploiesti, den Irak und die wichtigen Zufuhren Italiens aus dem Schwarzen Meer führen zu können. Auch die Achsenmächte hatten ein enormes Interesse an der Besetzung Kretas. Sie hofften dadurch den britischen Seeverkehr im östlichen Mittelmeer und Suezkanal zu unterbinden und die wichtigen Öltransporte aus Rumänien, die vom Schwarzen Meer durch die Ägäis nach Italien liefen, zu sichern. Vor allem angesichts des geplanten Angriffs auf die Sowjetunion war dies bedeutsam.


Am 20. Mai 1941 begann unter dem Decknamen „Merkur“ der deutsche Angriff auf Kreta. Zuerst erfolgte ein Massenabsprung deutscher Fallschirmjäger über Chania, Maleme, Rethymnon und Iraklion. Im Morgengrauen flogen Ju-52 im Tiefflug gegen die Insel. Allein an diesem Tag brachten die Transporter 7.000 Fallschirmjäger an ihre Einsatzorte. In dichten Gruppen wurden die Soldaten über ihren Einsatzzielen abgesetzt. Es handelte sich um das bis dahin größte Luftlandunternehmen der Geschichte. Die Alliierten waren allerdings darauf vorbereitet und so sprangen die deutschen Soldaten mitten hinein in den abwehrbereiten Gegner. Nachdem es im Laufe des Tages keiner deutschen Einsatzgruppe gelungen war, einen Flugplatz einzunehmen, entschloss sich die Einsatzführung alle Kräfte um den Flugplatz Maleme im Nordwesten Kretas zu konzentrieren. Der Schlüsselpunkt zum Flugplatz war die das Rollfeld beherrschende Höhe 107, die vom 22. Neuseeländischen Bataillon äußerst zäh verteidigt wurde. Deutsche Sturzkampfbomber (Stukas) griffen die Höhe ständig an, um die Fallschirmjäger zu entlasten.

Am nächsten Tag, den 21. Mai 1941, landeten die ersten deutschen Besatzungen auf dem Rollfeld Maleme. Das Rollfeld lag immer noch im Feuer der Alliierten, und so glich der Flugplatz bald einem Flugzeugfriedhof. Die Überreste kann man heute in einem kleinen privaten Museum, das sich unmittelbar neben dem Soldatenfriedhof Maleme befindet, besichtigen.


Nach der Eroberung des Flugfeldes Maleme stießen mit Schiffstransportern aus Athen Gebirgsjägereinheiten sowie weitere deutsche Einheiten hinzu. Insgesamt kamen etwa 22.000 deutsche Soldaten zum Einsatz. Die Insel wurde jedoch von 42.000 Soldaten aus Australien, Neuseeland, Großbritannien und Griechenland zäh verteidigt. Da die Insel nach schweren Kämpfen jedoch nicht zu halten war, begannen die Alliierten in der Nacht des 28. Mai 1941 mit der Evakuierung, die am 1. Juni 1941 eingestellt wurde. 15.000 alliierte Soldaten gerieten in Gefangenschaft.

Während der Invasion waren auch deutsche Jagdflugzeuge des Typs Messerschmitt Bf 109 im Einsatz. Das Flugzeug war das erste Jagdflugzeug der Luftwaffe mit Einziehfahrwerk und das erste Ganzmetallflugzeug der Welt. Es war der Standardjäger der Luftwaffe während des 2. Weltkriegs.

Soweit bekannt, handelt es bei der vor Kreta liegenden Maschine um eine Messerschmitt vom Typ Bf-109G-6/U5. Bei diesem Flugzeugtyp handelt es sich um ein einsitziges Jagdflugzeug mit geschlossener Pilotenkanzel ohne Druckkabine, das ansonsten im Wesentlichen der Bf 109 G-5 entsprach. Der leichte Jäger mit einer Länge von 8,94 m und einer Flügelspannweite von 9,92 m war eine Weiterentwicklung mit neuer Heckflosse und größerem Ruder und die meist gebaute Version der Bf 109 G-Baureihe.


Als größte Veränderung zu den Vorgängerversionen ist der Einbau einer stärkeren Bewaffnung über dem Motor zu nennen. Es wurde das MG 131 anstelle dem bisher verwendeten MG 17 eingebaut, welches mehr Platz benötigte. Dadurch wurden zwei große Beulen auf der Motorhaube notwendig, welche die Sicht nach Vorn verschlechterten und mehr Luftwiderstand erzeugten. Daher bekamen diese Maschinen bald den Spitznamen "Beule" verpasst. Die Version G6/U5 war mit einer Bordbewaffnung von 2 x 13-mm-MG 131 mit 600 Schuss und einem 20-mm-MG 151/20 mit 200 Schuss als Motorkanone ausgestattet.

Da dieser Maschinentyp erst ab Frühjahr 1942 gebaut wurde, kann der Jäger nicht während der Luftlandeschlacht um Kreta abgeschossen worden sein. Es ist zu vermuten, dass es sich um eine Maschine des Jagdgeschwaders 27 handelt, die erst Ende des 2. Weltkrieges abstürzte.

Über den Hergang des Absturzes ist nur wenig bekannt. Das Flugzeug ist bei der Wasserberührung zerbrochen und liegt in mehrere Teile zerbrochen kopfüber auf dem sandigen Grund.


Das Vorderteil mit Motorblock, Pilotenkanzel und Tragflächen befindet sich in 24 m Tiefe. Der Propeller liegt wenige Meter davor. Das Heck der Maschine mit Höhenruder und eingefahrenen Spornrad liegt etwa 80 m hinter dem Rumpfteil in einer Tiefe von 30 m.


Das Wrack ist noch erstaunlich gut erhalten. Ein MG sowie die Bordmunition sind noch gut zu erkennen. Während meines Tauchgangs fand ich am Wrack auch zwei Sauerstoffflaschen. Sie waren Teil der Höhenatmeranlage. Sie bestand bei der Messerschmitt Bf 109 aus dem umsteuerbaren Höhenatmer sowie vier Sauerstoff-Kugelflaschen.


Die Schlacht um Kreta forderte auf beiden Seiten erhebliche Verluste. Die deutschen Gefallenen wurden zunächst an 62 Orten beigesetzt. In den Jahren 1959/1960 erfolgte dann die Bergung und Zusammenbettung der deutschen Toten durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. Die Särge mit den deutschen Gefallenen wurden zunächst in das Kloster Gonia überführt. Dort verblieben sie, bis aufgrund des 1965 zwischen Griechenland und Deutschland geschlossenen Kriegsgräberabkommens der Ausbau des deutschen Soldatenfriedhofs Maleme begann und die Gefallenen hier ihre letzte Ruhestätte erhielten. Der Friedhof wurde am 6. Oktober 1974 eingeweiht. Auf ihm ruhen heute die geborgenen Gebeine von 4.465 deutschen Soldaten. 344 Gefallene konnten nicht geborgen werden. Ihre Namen sind auf Bronzetafeln verewigt.


Quellen:
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Gedenktafeln Soldatenfriedhof Maleme sowie Broschüre, Deutsche Kriegsgräberstätten Griechenland – Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden
Grignard, Christophe. Shut Down in 1945 Offshore Crete. Wreck Diving Magazine Issue 30 (June 2013)


Wissenswertes:

Die Messerschmitt Bf 109 war der Standardjäger der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg. Es handelte sich um einen freitragenden Tiefdecker in Schalenbauweise. Man versuchte den größtmöglichen Motor in der kleinstmöglichen Zelle unterzubringen. Die Maschine zeichnete sich durch eine geschlossene Pilotenkanzel, Einziehfahrwerk und eine Ganzmetallkonstruktion von Rumpf und Tragflächen aus. Bei der Konstruktion standen neben geringem Gewicht und Widerstand die Aspekte einer rationellen Fertigung und Wartungsfreundlichkeit im Vordergrund. Der Flugzeugtyp wurde nach einer Art Baukastenprinzip aufgebaut. Dies ermöglichte zum einen eine dezentrale Fertigung und ein leichtes Wechseln der Bauteile, was die Einsatzbereitschaft im Feld erheblich erhöhte. Insgesamt entstanden bis 1945 sieben Baureihen mit über 100 Versionen.

Messerschmitt Bf 109 Messerschmitt Bf 109
Eine restaurierte Messerschmitt Bf 109 kann man im Deutschen Technikmuseum in Berlin besichtigen.



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