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Tauchen in Deutschland

Geheimnissvoller Stolpsee


Ein interessantes Tauchgewässer ist der Stolpsee. Der 371 ha große See befindet sich zwischen Fürstenberg und Himmelpfort. Der kleine Ort im Norden Brandenburgs ist vor allem durch das Weihnachtsmannpostamt und die Ruinen eines Zisterzienserklosters bekannt. Allerdings zieht es auch immer wieder Schatzsucher und Taucher an den See.

Hartnäckig hält sich eine folgende Schatzgeschichte: Angeblich wurden auf Befehl Hermann Görings kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs in dem See 18 Kisten voller Gold und Platin versenkt. Ein ehemaliger Luftwaffen-Adjutant aus der Umgebung Göhrings namens von Walden will im März 1945 beobachtet haben, wie eine SS-Einheit mit Lkw an das Ufer des Stolpsees gefahren ist und eine Gruppe von 20 bis 30 Männern in Sträflingskleidung schwere Kisten auf Schlauchboote verladen und in einer bestimmten Bucht im See versenkt hätten.

Kleine Badebuchten sind ideale Taucheinstiege

Im schlammigen Wasser des Stolpsees


Es existiert sogar eine echte Schatzkarte. Diese zeigt den See und ein im Wald stehendes Haus, links davon ein überdimensional großer Nagel und zwei Baumstümpfe. In einem dieser Baumstümpfe steckt der Nagel, von dem aus man ein 85 Grad breiten Winkel bilden sollte, wobei ein Schenkel auf ein Dachfirst mit einem Kreuz am Nordufer des Sees angedeutet sowie eine Tür und links davon das Wort „Petrus“ eingezeichnet war; möglicherweise ein Hinweis auf das Zisterzienserkloster von Himmelfort.

Schon zu DDR-Zeiten hatte die Staatssicherheit nach dem vermeintlichen Schatz gesucht. Im Jahre 1981 hatte der Stern-Redakteur Gerd Heidemann (es handelt sich dabei um denselben Redakteur, der später von Konrad Kujau die gefälschten Hitler-Tagebücher erwarb) die Schatzkarte der Staatssicherheit präsentiert. Heidemann schloss mit der DDR eine Vereinbarung. Ihm wurde vom „Amt für den Rechtsschutz des Vermögens der DDR“ beim Auffinden verborgener Wertgegenstände an dem benannten Ort im Stolpsee ein 50-prozentiger Anteil an dem Goldfund zugesichert, natürlich steuerfrei. Es wurde weiter vereinbart, „dass eine publizistische Auswertung bis zum Abschluss der Bergung aller in den übermittelten Informationen bezeichneten Gegenstände nicht vorgenommen wird.“ Dann begab sich Heidemann gemeinsam mit den Genossen des Ministeriums für Staatssicherheit auf Schatzsuche.

Erich Mielke höchstpersönlich soll die Schatzsuche – die den Decknamen „Herbstwind“ erhielt – genehmigt haben. Für ihn hatte die Suche am Stolpsee oberste Priorität. Die Hauptabteilung IX/7 arbeitete sich durch Berge von Archivdokumenten, studierte Landkarten und Fotos, prüfte Unterlagen sämtlicher Dienststellen des NS-Regimes rund um Carinhall und befragte alte Einwohner in der Schorfheide. Es wurde festgestellt, dass ein kleines Haus am gegenüberliegenden Seeufer bis kurz nach Kriegsende tatsächlich ein Kreuz auf dem Dachfirst gehabt hatte. Doch mit nur diesem einen Anhaltspunkt konnte man den Winkel nicht bilden. Heidemann und das MfS suchten vergeblich die Baumstümpfe am Seeufer nach dem Nagel ab.

Spezialisten des Operativ-Technischen Sektors (OTS) rückten mit komplizieren Gerätschaften an, ebenfalls Spezialkräfte der Abteilung Geophysik. Mielke befahl auch den Einsatz einer Multispektralkamera, die aus einem Flugzeug heraus die vermeintlichen Schatzorte fotografieren sollte. In der besagten Bucht fand man tatsächlich drei auffällige Erhebungen. Taucher des Wachregiments „Feliks Dzierzynski“ suchten den schlammigen Grund des Stolpsees ab. Doch die Suche blieb erfolglos. Nach etlichen Tauchgängen wurde die Suche im Jahre 1982 abgebrochen. Die Schatzkarte vom Stolpsee verschwand im Aktenarchiv der Staatssicherheit.

Nach der Wende erfolgten immer wieder neue, teils großangelegte Suchaktionen. Solange nichts gefunden wird, lebt die Legende vom Schatz im Stolpsee weiter. In Himmelpfort finden sich einige kleine Badestellen, die als Einstiegsstellen genutzt werden können. Hier hat der See einen ausgedehnten Flachwasserbereich; er fällt dann aber steil ab. Bei jedem Tauchgang bleibt die Hoffnung, vielleicht doch eine der geheimnisvollen Kisten zu finden. Und wer bei einem Seespaziergang einen rostigen Nagel in einem Baumstumpf findet, der kann sich gern an mich wenden…

Literatur/Quelle:
Andreas Förster, „Schatzräuber – Die Suche der Stasi nach dem Gold der Nazizeit“, 1. Auflage, Christoph Links Verlag, S. 108 ff.
Andreas Förster, „Der Schatz im Stolpsee“ in Berliner Zeitung vom 23. Januar 2008.
Peter-Ferdinand Koch, „Der Fund – Die Skandale des Stern, Gerd Heidemann und die Hitler-Tagebücher“, Verlag Facta Oblita GmbH, 1990, S. 728 ff.



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Der Normzweck des Fundrechts ist es einerseits, die Eigentumsrechte des Verlierers zu schützen, andererseits für den Fall, dass der Verlierer unbekannt bleibt, einen originären Eigentumserwerb des Finders zu ermöglichen und damit die Eigentumsordnung zu bereinigen. Dazu wurde ein gesetzliches Schuldverhältnis mit Anzeige- und Erhaltungspflichten geschaffen und es findet sich ein besonderer Tatbestand des Eigentumserwerbs an Fundsachen im Sachenrecht des BGB. Das bürgerlich-rechtliche Eigentumsrecht wird in einigen Bundesländern durch das öffentlich-rechtliche Denkmalschutzrecht verdrängt. Die Denkmalschutzgesetze enthalten teilweise eine Regelung – das sog. Schatzregal – der das Eigentumsrecht am Schatzfund dem Staat zuweist. Nachfolgend sollen Fund, Schatzfund und der denkmalschutzrechtliche Fundbegriff vorgestellt und voneinander abgegrenzt werden sowie die Rechtsbeziehungen zwischen den Beteiligten erörtert werden. [mehr]
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