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von Steven Blum

Tauchen in Griechenland

Im Reich der Vampire - Tauchen vor Pilion


Pilion ist eine bewaldete Halbinsel in Griechenland, die zwischen Thessaloniki und Athen liegt und den Pegasitischen Golf vom Rest der Ägäis trennt. Hier kann man einen erholsamen Urlaub abseits der Touristenströme verbringen und die griechische Gastfreundschaft genießen. Die Küsten mit ihren idyllischen Buchten und den kleinen Fischerdörfern eignen sich perfekt zum Entspannen. Es heisst, Göttervater Zeus habe das Schönste was Griechenland zu bieten hat, auf dieser Landzunge zusammengetragen.


Das Tor zur Halbinsel ist Volos, mit 78.000 Einwohnern die fünftgrößte Stadt Griechenlands. Niemand der die Halbinsel betreten will, kommt an dieser Stadt am nordwestlichen Ende vorbei. Egal ob man von Norden oder Süden her anreist, zwangsläufig muss man sie durchfahren. In der Antike wurde die Stadt Iolkos genannt, hier starteten Jason und die Argonauten zur Suche nach dem Goldenen Vlies.


Pilion zählt zu den unberührtesten Landschaften Griechenlands und beeindruckt durch seine traditionellen Bergdörfer. Das schöne Makrinitza auf dem nördlichen Pilion liegt malerisch – mit Blick auf den Golf – einige Hundert Höhenmeter oberhalb von Volos.

Wegen seiner wildwüchsigen Natur gilt die Pilion seit der Antike als die Kräuterkammer Griechenlands. Insgesamt über 1.000 verschiedene Kräuter sollen hier wachsen. Und auch die Fauna bietet dem aufmerksamen Beobachter mit etwas Glück Raritäten. So sind hier im ägäischen Frühsommer die Fadenhafte oder Nemoptera unterwegs. Ein seltsamer Name, für ein seltsames, aber bezauberndes Insekt. Diese feenhaften Wesen sind keine Schmetterlinge, sondern zählen wie die libellenähnlichen Ameisenjungfern zu den Netzflüglern. Besonders lustig und auffällig ist ihr Flugbild, da sie durch den in der Ägäis ständig wehenden Wind immer aus der Flugbahn geworfen werden und somit ständig zwischen wildem Geflattere und längeren Gleitphasen abwechseln.


Schon immer war Pilion Heimat fabelhafter Wesen. Im antiken Griechenland galt die Halbinsel als Heimat der Zentauren, jener Fabelwesen mit menschlichen Oberkörper, die auf einem Pferdeleib saßen. Sind Geschichten über diese Mischwesen eher ins Reich der Phantasie anzusiedeln, sind andere Geschöpfe der griechischen Mythologie noch immer vor Pilion allgegenwärtig – die Delphine. Als Brautwerber des Meeresgottes Poseidon waren sie für seine Ehe mit der Meeresnymphe Amphitrite verantwortlich. Und der Sonnengott Apollon soll von ihnen an Land gebracht worden sein und er sich zeitweise selbst in einen Delfin verwandelt haben. Die Nereiden, Meeresnymphen, wurden häufig auf einem Delfin reitend dargestellt und unzählige Legenden erzählen von Delfinen, die Menschen vor dem Ertrinken retteten. Heute schwimmen regelmäßig Delfine vor der Küste Pilions entlang, die mit etwas Glück aus allernächster Nähe vom Ufer aus beobachtet werden können.


Das Tauchen war vor Pilion bis vor wenigen Jahren – wie übrigens überall in Griechenland – weitestgehend verboten. Grund war die Sorge um die vielen archäologischen Stätten, die erst zu einem Bruchteil bekannt sind. Das grundsätzliche Tauchverbot wurde aber in den letzten Jahren etwas gelockert. Um den Tourismus anzukurbeln wurden einige Gebiete zum Sporttauchen freigegeben. Dazu wurde eigens vom Parlament ein spezielles Gesetz zur rechtlichen Regelung des Sporttauchens verabschiedet. Ein Novum in ganz Europa.

Rund um Pilion gibt es faszinierende Konstellationen von Felsblöcken, Steilwänden, Kaminen und Canyons sowie Höhlen und Grotten, die einen idealen Lebensraum für Muränen, Conger, Oktopusse, Langusten, Zackenbarsche, Drachenköpfe und Nacktschnecken und vielem mehr bieten. Das klare Wasser lockt mit Sichtweiten von 20 bis 30 Metern und - je nach Jahreszeit - warmen Temperaturen von 20 bis 27 Grad Celsius.


Die Tauchplätze liegen in Tiefen von 8 bis 30 Metern und werden täglich durch Diving Pelion angefahren. Wer auf Pilion tauchen will, dem kann ich die kleine, sympathische Tauchbasis im Südwesten der Insel nur empfehlen. Die familär geführte Basis befindet sich im Leda Hotel in Horto, nur 3 Kilometer von Milina entfernt.

Direkt vor dem Hotelstrand liegt das Hausriff mit dem schönen Namen Smurf Village. Viele Taucher denken bei dem Wort Hausriff an einen Tauchplatz, der für Ausbildung und Schulung genutzt wird und sonst nichts zu bieten hat. Beim Schlumpfdorf ist dies anders. Man schwebt man über wunderschöne Seegraswiesen und erreicht nach ca. 10 Minuten zwei große Felsformationen mit Überhängen und Vorsprüngen, an denen Muränen und Zackenbarsche ihr zu Hause gefunden haben.


Ein weiterer interessanter Tauchplatz ist in nur wenigen Bootsminuten von der Basis aus zu erreichen - die Twin Caves, die Zwillingshöhlen. Im eigentlichen Sinne handelt es sich hier nicht um Höhlen, sondern um Grotten, da man jederzeit direkten Sichtkontakt zum Ausgang und zur Sonne hat. Aus dem Freiwasser kommend taucht man in zwei kurze Höhlen ein, die nicht mehr als 40 bis 50 m tief sind und innerhalb der direkten Sonnenlichtzone liegen. Die eine Höhle befindet sich in einer Tiefe von 20 m und ist mit einer Vielzahl farbenfroher Schwämme und Röhrenwürmer bedeckt, die andere Höhle liegt direkt an der Oberfläche und führt in eine Tiefe von 5 m.

Twin Caves Twin Caves Twin Caves Twin Caves

Eine senkrecht abfallende Steilwand, die bis auf 40 Meter ins bodenlose abzufallen scheint, führt zum Canyon. Mit etwas Glück kann man hier große Thunfischschwärme beobachten.

Ein weiterer interessanter Divespot ist Prasouda - die Insel der Verdammten. Die kleine Felseninsel beherbergt das verlassenes byzantisches Kloster Zoodochos Pigi, um das sich auch eine Vampir-Legende rangt. Aus Furcht vor Untoten wurden die Verstorbenen drei Jahre nach ihrer Beerdigung auf dem Friedhof des Klosters ausgegraben und untersucht. Konnten an den Exhumierten keinerlei Verwesungsmerkmale festgestellt werden, wurde sie mit verschiedenen Reinigungsarten behandelt, sprich: der Kopf abgeschlagen, einen Holzpflock durchs Herz getrieben und sie gegebenenfalls auch verbrannt. Ihre Überreste wurden ins Meer geschleudert, dorthin, wo sich heute der Tauchplatz befindet. Dadurch sollten die Untoten daran gehindert werden, nachts aus ihren Gräbern zu steigen und die Dorfbewohner so lange heimzusuchen und ihnen Blut und Lebenskraft auszusaugen, bis der Tod eintrat. Heute ist die Klosterinsel unbewohnt und steht unter Naturschutz. Sie ist ein wichtiger Brutplatz für Seevögel, die vehement ihr Revier gegen Eindringlinge verteidigen.

Prasouda vor Pilion Prasouda vor Pilion Prasouda

Fazit: Wer einen reinen Tauchurlaub plant, ist wahrscheinlich in anderen Gegenden der Welt besser aufgehoben. Wer aber einen wunderschönen Landstrich Griechenlands abseits der großen Touristenströme über und unter Wasser entdecken will, ist auf Pilion genau richtig.



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