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von Roger Blum

Oman, Bahrain, Dubai, Abu Dhabi

Das Wüstenschiff –
Tauchen im Persischen Golf


Bisher kannte ich Dubai, Abu Dhabi und Doha (Katar) nur als interessante Stop-over-Destinations auf dem Weg nach Fernost oder Südafrika. Diesmal wollte ich die Region am Persischen Golf auch Unterwasser erkunden. Meine Reise führte mich in das Sultanat Oman, in die Vereinigten Arabischen Emirate und in das kleine Königreich Bahrain.

Wer die Golfregion besucht, kommt an Dubai nicht vorbei. Hier ist alles höher, größer und ausgefallener als irgendwo sonst in der Welt. Große Erdölvorkommen verhalfen dem zu über 90 Prozent aus Wüste bestehenden Emirat zum Sprung in die Neuzeit. Die Öl-Milliarden ermöglichten gigantische Bauprojekte wie den Burj Chalifa, das mit 828 m höchste Gebäude der Welt, das 7-Sterne-Hotel Burj al-Arab, künstliche Palmeninseln, ein Unterwasserhotel und eine Skihalle mitten in der Wüste, in der es mehrmals am Tag sogar schneit. In dem Shoppingcenter „Mall of Emirates“ findet man zwischen den 1.200 Geschäften ein 17 m hohes Aquarium mit Haien und daneben eine Kunsteislaufbahn.

Burj al Arab


Man kann sich kaum vorstellen, dass hier vor 60 Jahren nur Wüste war, mit staubigen Straßen und einigen aus Korallengestein erbaute Windturmhäusern. Erst Mitte der 50-iger Jahre des 20. Jahrhunderts wurde das Öl entdeckt. Einen nicht ungeringen Anteil hat daran der berühmte Meeresforscher Jacques-Yves Cousteau. Aufgrund unvorhergesehener finanzieller Belastungen nahm Cousteau das Angebot an, eine unterseeische Erdölsuche für British Petroleum (BP) zu leiten. Albert Falco, Cousteaus´s Cheftaucher, beschreibt dies in seinem Buch „Mein abenteuerliches Leben auf der CALYPSO“ wie folgt:

„1954. Große Öltanker fahren noch keine durch die Straße von Hormus. Niemand weiß, dass das Gestein unter dem Meeresboden von Dubai, Abu Dhabi und Bahrain wie ein Schwamm voller Kohlenwasserstoffe steckt. Erst wir werden diesen Reichtum entdecken. (…)
Kommandant Cousteau schickt Tauchermannschaften hinunter um Gesteinsproben mit dem Geologenhammer zu holen. Das ist schwere Arbeit. Haie, von der Bewegung im Wasser angezogen und umso gefährlicher, als sie in einem von Sedimenten getrübten Meer fast unsichtbar sind, ziehen immer engere Kreise. Wir haben uns mit einem Haiabwehrkäfig versehen. Diesen versenken wir und flüchten, ohne den starken Mann zu spielen, hinein, sobald die Haie aufgeregter wirken als üblich.
Noch beängstigender als die Haie sind die Wasserschlangen. Diese Reptilien schlängeln zahlreich in den lokalen Gewässern herum. (…) Unsere Ölsuche geht mal schneller, mal langsamer voran, je nachdem was Kamsim, Haie und Wasserschlangen uns gestatten. Kommandant Cousteau ist immer mehr davon überzeugt, dass der Untergrund voller Erdöl und Erdgas steckt. Aber er stellt sich auch Fragen. (…) Was wird aus der bisher noch intakten Umwelt des Golfs, wenn die großen Erdölgesellschaften Bohrtürme und Bohrplattformen errichten und der Golf täglich von Dutzenden riesiger Tanker durchpflügt wird?“

Heute uns fahren hier riesige Öltanker zum Ausgang des Golfs und von da aus in alle Welt. Tanker mit ca. 17 Mio. Barrel Öl – das sind etwa 25 % des Weltölverbrauchs – durchfahren täglich die Straße von Hormus.

Ölhafen vor Bahrain


Das Schwarze Gold hat uns Tauchern eine Vielzahl von Wracks beschert. So liegen vor Dubai die „Neptune 6“, ein Begleitschiff einer Bohrplattform, das 1973 bei schlechtem Wetter nach einem versehentlichen Zusammenstoß versank, die „Lion City“, ein Küstentanker, der von den Streitkräften der Vereinigten Arabischen Emirate für Zielübungen verwendet wurde und der 172 m lange Öltanker „Zainab“.

Die „Zainab“ wollte im Jahre 2001 unter Umgehung des internationalen Handelsembargos 3.500 t Öl aus dem Irak schmuggeln als sie von patroullierenden Einheiten der US-Marine aufgegriffen wurde. Der 1997 in Norwegen gebaute Tanker fuhr unter georgischer Flagge vermutlich Richtung Pakistan als es vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate zu einer Havarie kam. Dies ist jedenfalls die offizielle Version. Die Einheimischen erzählen sich, dass der Tanker bewusst von der US-Marine gerammt und versenkt wurde. Die „Zainab“ sank am 14. April 2001 26 Meilen westlich von Dubai vor Jebel Ali. Die Besatzung – allesamt Irakis – konnten von der Küstenwache der Vereinigten Arabischen Emirate gerettet werden. Es breitete sich ein 48 Kilometer langer Ölteppich aus, der die Strände von Dubai und Schardscha kontaminierte.

Heute, fast 10 Jahre später, ist das Wrack ein beliebtes Tauchziel. Ausfahrten zur „Zainab“ bietet u.a. das Pavillion Diving Center an. Die Tauchbasis liegt im Jumeirah Beach Hotel, direkt neben dem Burj al-Arab. Nach etwa 1 Stunde Fahrt mit dem Speedboot erreichten wir das Wrack. Die Silhouette von Dubai und die Konturen des Burj Chalifa waren längst im Wüstendunst verschwunden. Neugierig steuerte eine Seeschlange auf unser Boot zu, inspizierte es kurz und tauchte unbeeindruckt wieder ab. Wir taten es ihr gleich und tauchen hinab zur „Zainab“.

Am Wrack der Zainab

Die Zainab vor Dubai


Das Wrack liegt in ca. 30 m Tiefe seitlich auf dem Meeresboden. Es ist kaum beschädigt und bietet einigen Fischen Zuflucht. Arabische Kaiserfische, Wimpelfische, Schnapper und Zackenbarsche verstecken sich in den Innenräumen, Nischen und in allem, was irgendwie Schutz bietet. Über dem Wrack wacht ein stattlicher Barrakuda. Korallen findet man allerdings nur selten, da die Wassertemperaturen zu hoch sind. Dafür sind die Aufbauten und die Reeling dicht mit Perlaustern besetzt. Bevor das Erdöl den Reichtum in die Arabische Emirate brachte, waren Perlen eine der wichtigsten Handelsgüter der Region. Dubai, Abu Dhabi und Bahrain waren Zentren der Perlentaucherei.

Die Sichtweiten sind nur mäßig, allenfalls 5 m, so dass man sich auf Teilansichten des Wracks beschränken muss. Auch beim Tauchen vor Abu Dhabi machte ich die Erfahrung, dass die Sicht recht eingeschränkt ist, der Korallenbewuchs spärlich und außer ein paar Arabischen Kaiserfischen nur wenig Fisch anzutreffen ist. Schon Cousteau schrieb in seinem Buch „Das lebende Meer“ zum Tauchen vor Abu Dhabi: „Um verkrüppelte kleine Hornkorallen schwammen farblose Rifffische, die es nicht wert waren, dass man sie filmte.“

Korallenstock vor Abu Dhabi


Perlen-Meerbarbe

Orangegefleckter Zackenbarsch

Halbmond-Kaiserfisch


Ganz anders präsentieren sich die Gewässer des Sultanats Oman. Ich tauchte in der Nähe der Hauptstadt Muscat. Schon beim Schnorcheln traf ich auf eine Schildkröte, einen Rochen und Barrakudas. In den tieferen Regionen waren riesige Netzmuränen und Zackenbarsche die Stars. Nirgendwo anders auf der Welt habe ich eine derartige Häufung von fetten Netzmuränen angetroffen.

Netzmuräne

Kalmar


Netzmuräne

Netzmuräne

Kalmar

Kalmar


Fazit: Vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate und des Sultanats Oman warten interessante Tauchgebiete darauf, entdeckt zu werden. Wrackfans kommen in Dubai auf ihre Kosten. Wer aber bunte Fische und Korallen sehen will, sollte in den Oman fahren. Die herrlichen Tauchgründe sind auch in Tages- oder Mehrtagesfahrten von Dubai aus erreichbar.



Text/Fotos: Roger Blum


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