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Was lebt in der Karibik?

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von Roger Blum

Tauchen in der Dominikanische Republik

Samaná – Tauchen an der „Silberbank“


Die Halbinsel Samaná ist eine der schönsten Gegenden der Dominikanischen Republik. Hier findet man weiße, von Kokospalmen gesäumte Sandstrände, ein faszinierendes Hinterland mit grünen Tropenbergen und Wasserfällen sowie glasklares Wasser. Vor der Küste der Halbinsel Samaná befinden sich eine Vielzahl interessanter Tauchplätze, insbesondere die berühmt-berüchtigte Banco de la Plata – die „Silberbank“.

Samana

Die Silberbank wurde etlichen Schiffen zum Verhängnis. In dem Riffgebiet liegen mehr gesunkene Schiffe und Gold- und Silberschätze als an jeder anderen vergleichbaren Untiefe. Es gibt wohl kaum ein Taucher, Abenteurer oder Schatzsucher, der nicht einmal davon geträumt hat, die versunkenen Reichtümer der Silberbank zu bergen. Jacques-Yves Cousteau suchte hier die berühmte Galeone Nuestra Senora de la Conception.

Samana

Vor der Halbinsel Samaná sanken auch die spanischen Galeonen Nuestra Senora de Guadelupe und die Conde de Tolosa. Sie gerieten am 24. August 1724 in einen Hurrikan und versanken samt Ladung. Im Jahre 1976 erteilte die dominikanische Regierung der Bergungsgesellschaft Caribe Salvage SA eine Lizenz zur Ausbeutung der Fundstellen. Neben Quecksilber, Perlen und Goldschmuck – der zwischen der Bergungsgesellschaft und der Dominikanischen Republik aufgeteilt wurde – sind auch mehrere Kanonen geborgen worden. Diese wurden an die Südküste verbracht und können dort betaucht werden (weitere Informationen auf easydive24.de unter: Die Kanonen der Nuestra Señora de Guadalupe).

Samana

Ein Wrack jüngeren Datums befindet sich bei Las Galeras, einem kleinen Küstendorf am nordöstlichen Ende der Halbinsel. Das liegt ein ca. 80 m langes Wrack, das als „Barco Hundido“ bekannt ist. Leider gibt es über die Hintergründe des Untergangs nur spärliche Informationen. Angeblich soll der Frachter in den 1980-iger Jahren nach einem verheerenden Brand an Bord gesunken sein.

Barco Hundido Barco Hundido

Das Schiff hat sich beim Untergang um 180 Grad gedreht und liegt nun kieloben auf dem Sandgrund. Die Schrauben wurden bereits entfernt. Der Buganker ist noch gut erhalten. Etwa in der Mitte bietet sich eine Gelegenheit ins Innere des Wracks zu gelangen. Unter dem Wrack halten sich häufig große Fischschwärme auf. Die maximale Tauchtiefe liegt bei etwa 20 m.

Barco Hundido Barco Hundido Barco Hundido

Samana

Mein erster Fisch, den ich am Wrack sah, war ein Rotfeuerfisch. Rotfeuerfische kamen ursprünglich in der Karibik nicht vor. Sie sind ungewollte Neuankömmlinge. Angeblich sollen einige Exemplare Anfang der 1990-iger Jahre nach einem Hurrikan aus einem Meerwasseraquarium in Florida entwichen sein. Da sie im Atlantik und in der Karibik (fast) keine natürlichen Feinde haben, vermehrten sie sich unaufhörlich und fressen seither die Riffe leer. Mittlerweile habe ich Rotfeuerfische überall auf den Kleinen und Großen Antillen sowie auf den ABC-Inseln sehen können. Sie stellen ein Problem für das ökologische Gleichgewicht dar. Es bleibt zu hoffen, dass künftig die Invasion der Eindringlinge unter Kontrolle gebracht werden kann.

In der Bucht von Samaná kann man jedes Jahr zwischen Januar und März ein großartiges Naturschauspiel bewundern: In den warmen und seichten Gewässern der Silberbank versammeln sich alljährlich Tausende Buckelwale zur Paarung und Geburt ihrer Jungtiere. Die Tiere sind in Las Galeras manchmal sogar von Land aus zu beobachten. Am besten ist es jedoch eine geführte Walbeobachtungstour. Es ist ein beeindruckendes Erlebnis, diese bis zu 15 m langen und 40 t schweren Meeressäuger aus der Nähe zu beobachten.

In der Provinzhauptstadt Santa Barbara de Samaná befindet sich ein kleines Walmuseum. Man sollte von dem Museum aber nicht zu viel erwarten. Es gibt einige Informationen über die Buckelwale und deren jährliche Überwinterung in der Bucht von Samaná.

Abschließend ist zu sagen, dass die Halbinsel Samaná ein ideales Tauchreiseziel für Taucher, Abenteurer, Schatzsucher und Naturliebhaber. Sie ist aber auch ein Platz für Ruhebedürftige, die nichts anderes wollen, als unter Palmen zu relaxen und von den versunkenen Schätzen der Silberbank zu träumen.

Text/Fotos: Roger Blum

Literatur/Quellen:

Jacques-Yves Cousteau, Philippe Diolé, Silberschiffe – Tauchen nach versunkenen Schätzen, Droemersche Verlagsanstalt, München/Zürich (1972)
Angus Konstam, Schätze auf dem Meeresgrund – Atlas versunkener Schiffe, Weltbild Verlag GmbH, Augsburg (1999)



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