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Fische der Karibik




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von Roger Blum

Dominikanische Republik

Von Silberschiffen und Piratenschätzen


Piraaaateeeeeen!!! Dieser Schrei war auf den Handelsschiffen früher gefürchteter als Stürme oder Skorbut. Um die Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert war die Karibik Zentrum der Seeräuberei. Auf den Inseln entstanden zahllose Festungen, Kanonenkugeln flogen, Schatzschiffe sanken, es wurde geplündert und geraubt. Es waren verrückte Jahrzehnte; Jahrzehnte, in denen all die irren Typen auftauchten, die noch heute durch Abenteuerbücher und –filme geistern: verwegene Typen mit Narben im Gesicht, ein farbiges Tuch um den Kopf, einige mit Augenklappe oder Holzbein, Papagei auf der Schulter und Entermesser im Gürtel. Wo immer ich während meiner Karibik-Rundreise im April an Land ging, hörte ich Geschichten von versunkenen Galeonen und sagenhaften Piratenschätzen...


Mein erstes Reiseziel befand sich im Südosten der Dominikanischen Republik, ganz in der Nähe des Fischerdorfes Bayahibe. Hier vor der Küste Hispaniolas liegen noch zahlreiche unentdeckte Wracks mit unvorstellbaren Reichtümern verborgen. Verheerende Stürme, Untiefen, die auf keiner Seekarte verzeichnet waren, sowie Seeschlachten und Piratenüberfälle wurden unzähligen Schiffen auf den Weg von oder nach Santo Domingo zum Verhängnis. Im Laufe der Zeit zerstreute die Dünung des Ozeans ihre Überreste. Korallen siedelten sich an oder sie wurden mit Sand zugedeckt. Ich würde wahrscheinlich selbst dann nichts von einem solchen Wrack und seiner wertvollen Ladung bemerken, wenn ich nur wenige Zentimeter darüber tauchen würde. Einige der Schiffe wurden jedoch wieder entdeckt und ihre Silberladungen geborgen – aber längst nicht alles, und so sind diese Gewässer bis heute eine begehrtes Ziel für Schatzsucher und Taucher.


Dominikanische Republik
Dominikanische Republik
Tauchen Dominikanische Republik
Flamingo


Die Kanonen der Nuestra Señora de Guadalupe

Gleich bei meinem ersten Tauchgang entdeckte ich im Naturschutzpark „Parque Nacional del Este“ im Sandboden zwei alte gusseiserne Kanonen nebst Kanonenkugeln. Befand ich mich über einem Wrack, vielleicht über einem Goldtransporter oder Silberschiff der spanischen Krone? Doch außer den zwei Kanonen ließ nichts auf eine spanische Galeone schließen. Und weit und breit keine Schatzkiste, kein Goldstück und kein einziger Silberbarren – einziger Schatz waren Schwärme von schmunzelnden Korallenfischen.

Kanonen der Nuestra Señora de Guadalupe


Kanonen der Nuestra Señora de Guadalupe

Kanonenkugeln der Nuestra Señora de Guadalupe

Kanone der Nuestra Señora de Guadalupe


Die Kanonen gehören zur spanischen Galeone „Nuestra Señora de Guadalupe“, die 1724 in einen Hurrikan kam und sank. Über 250 Jahre lang lagen die „Nuestra Señora de Guadalupe“ und die „Conde de Tolosa“ auf dem Meeresgrund vor der Küste der Dominikanischen Republik. Erst Ende der 1970iger Jahre wurden sie entdeckt und geborgen. Taucher konnten neben 33 Kanonen 100 Behälter mit Quecksilber bergen. Der Verkaufserlös betrug über 1 Million Dollar. Des Weiteren wurden goldene Armreifen, Ringe, Broschen, Anhänger, Ketten sowie Gold- und Silbermünzen geborgen, die dem Nationalmuseum von Santo Domingo übergeben wurden.


Morbide Atmosphäre eines Geisterschiffs am ST GEORGES WRACK

Ein weiteres Wrack – jedoch jüngeren Datums – befand sich direkt vor meinem Hotel, dem „Viva Dominicus Palace“, in 30 bis 44 m Tiefe. Es handelte sich um einen 80 m langen Frachter, der als St.-Georges-Wrack (benannt nach dem berühmten Orkan von 1989) bekannt ist. Die morbide Atmosphäre eines echten Geisterschiffs machen das Wrack zu einem wirklich lohnenden Tauchziel. Neben einer fetten Grünen Muräne ist auch ein standorttreuer großer Barrakuda ständiger Bewohner des Wracks.


Höhlentauchen im Dschungel

Ein besonderes Erlebnis war die Tauchexkursion zur unterirdischen Süßwasser-Höhle „Padre Nuestro“. In einem alten, vergammelten Kleinbus fuhren wir von Bayahibe etwa eine halbe Stunde auf einer unbefestigten Straße vorbei an meterhohen Kakteen und dichtem Buschwerk ins Landesinnere. Vom „Parkplatz“ war es nochmals ein kleiner Fußmarsch samt Tauchausrüstung durchs unwegsame Gelände. Hier und da huschte eine Eidechse übers Gestein. Den Eingang zur Höhle entdeckte ich erst, als ich nur noch wenige Meter vor ihm entfernt stand. Der Einstieg zum Tauchen befand sich noch ein kleines Stück weiter im Inneren der Höhle. Ohne Taschenlampe war es hier schon fast stockfinster. Glasklares, erfrischendes Süßwasser und herrliche Formationen von Stalaktiten und Stalakmiten belohnten die Schlepperei der Ausrüstung. Die Besonderheit von „Padre Nuestro“ liegt darin, dass man nach ca. 20 Minuten Tauchzeit durch einen ca. 300 m langen Tunnel in einer luftgefüllten Kammer auftauchen kann.


Padre Nuestro Padre Nuestro
Padre Nuestro
Padre Nuestro


Nach einer Woche verließ ich die Dominikanische Republik in Richtung Puerto Rico. Mein neues Heim war die „Jublilee“, ein riesiges amerikanisches Kreuzfahrtschiff. Wir passierten Mona Island, wo der berühmte Seeräuber Captain Kidd im Jahre 1699 seine Beute versteckt haben soll, und erreichten am nächsten Morgen Puerto Rico, was „reicher Hafen“ bedeutet. In der Hauptstadt San Juan zeigt die Festung El Morro noch heute, mit welchem Aufwand der Hafen geschützt wurde. Kein Wunder, stoppten doch hier die schwer mit Gold aus Peru, Smaragden aus Kolumbien und Silber aus Mexiko beladenen Galeonen vor ihrem Rückweg nach Spanien. Interessant wäre es am Fuße des Castillo del Morro nach versunkenen Schiffen und Altertümern zu suchen. Taucher haben hier schon in früheren Zeiten Kanonen, Musketen und viele Relikte aus kriegerischer Vergangenheit für die Museen geborgen. In der Bucht von San Juan ist jedoch das Tauchen verboten. Hauptgrund ist der rege Schiffsverkehr und die vielen Haie, die hier zwischen den Abfällen nach Fressbarem suchen. Bei einem Spaziergang entlang der Festungsmauer sah ich anstatt den markanten Dreiecksflossen der Haie zwei Manatees (Seekühe) wie sie friedlich in regelmäßigen Abständen zum Atmen an die Oberfläche kamen.


Am nächsten Tag erreichte die „Jubilee“ die Jungferninseln. Sie bestehen aus ungefähr 100 zumeist unbewohnten Eilanden und liegen östlich von Puerto Rico. Mit ihren versteckten Buchten, verwinkelten Meerengen und geheimen Grotten waren die Vulkaninseln einst berüchtigter Tummelplatz für Seeräuber. Wer sich immer schon gewundert hat, wie 15 Mann auf des toten Manns Kiste passen, einschließlich einer Buddel voll Rum – „Yo ho ho“ – der findet hier auf den Virgin Islands die Antwort. Denn auf dem sargförmigen Mini-Eiland Dead Chest Island setzte der berühmte Pirat Blackbeard angeblich seine meuternde Mannschaft mit nichts weiter als eine Flasche Rum aus.


Auf den Spuren von Kapitän Blackbeard

Heute sind die Jungferninseln zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritannien aufgeteilt. Wir ankerten in Charlotte Amalie, der Hauptstadt der U.S. Virgin Islands. Mit ihren Palmen, roten Dächern, steilen Alleen und den alten, noch aus der dänischen Kolonialzeit stammenden Warenlagern, bietet das Städtchen ein reizvolles Bild. Dort verkaufen sog. „Treasure Hunters“ von der alten Seekarte über Silber- und Goldmünzen bis hin zu Säbeln alles was sie den umliegenden Wracks herausholen konnten.


In Charlotte Amalie erinnern die Ruinen von Blackbeard´s Castle an den berüchtigten Seeräuber Blackbeard, der hier im Kreise seiner 14 Frauen gehaust haben soll. Sein richtiger Name war Edward Teach, und er war wohl bei weitem der berüchtigtste Pirat, der je gelebt hat. Teach war offensichtlich geistesgestört. Er heirate vierzehnmal, verleih seine jungen Frauen in aller Öffentlichkeit an seine Kumpane, schoss von Zeit zu Zeit auf die eigenen Leute, erhob von den verängstigten Bewohnern der nordamerikanischen Ostküste „Steuern“ und raubte gelegentlich ihre Frauen und Töchter.


Richtig bekannt bzw. berüchtigt wurde Teach unter seinem spektakulären Namen Blackbeard („Schwarzbart“), ein Titel, den er zu seinem Vorteil pflegte. Vor einer Schlacht steckte er sich langsam brennende Lunten an das Ende seines wuchernden schwarzen Bartes, die er anzündete, wenn sich feindliche Schiffe näherten. In vielen Fällen reichte der bloße Anblick von ihm, wie er mit teuflisch glühendem und rauchendem schwarzen Bart an Deck stand, um Kapitäne von Handelsschiffen so zu erschrecken, dass sie sofort kapitulierten.

Meine Reise führte mich weiter nach Antigua & Barbuda, St. Lucia und Dominica. Auch diese Inseln haben ihre eigenen Piratengeschichten. So schlug im 16. Jahrhundert der französische Pirat Jambon de Bois („Holzbein“) sein Lager auf dem Inselchen Pigeon Island vor der Küste St. Lucias auf, um spanische Schiffe auszurauben. Der Legende zufolge sind dort all seine Kisten mit dem Inka-Gold versteckt. Tatsächlich überliefert ist, dass der Einbeinige und seine wilden Gesellen viele spanische Galeonen enterten und Gold sowie andere wertvolle Fracht erbeuteten. Von seinem Schatz hat man bisher nichts gefunden.


St. Lucia selbst erlebte ich als eine der wohl landschaftlich reizvollsten Inseln der Kleinen Antillen. Die zerklüftete Vulkanlandschaft der Inseln mit üppiger Vegetation und exotischer Tierwelt machten ihren besonderen Reiz aus. Nach einer Wanderung durch den tropischen Regenwald war ein erfrischendes Bier, benannt nach den beiden Zwillingsbergen Gros Piton und Petit Piton, genau das richtige. Die zuckerhutförmigen Riesen, die über tiefblauen Küstengewässern St. Lucia´s in den Himmel ragen, gelten als Wahrzeichen der Karibik.

Als am nächsten Tag in Rosseau, der Hauptstadt Dominicas, die Schiffssirene der „Jubilee“ ertönte, hieß es Abschied nehmen. Der lange dunkle Ton signalisierte, dass man nun die Gangway einholen würde. Das Schiff fuhr langsam aus dem Hafen hinaus und nahm wieder Kurs auf die Dominikanische Republik.

(Erstveröffentlichung in „Adlershofer Flossenblätter“ Ausgabe 55/2004)

Weitere Informationen: Dominikanische Republik Puerto Rico Tortola (British Virgin Islands) US Virgin Islands Antigua & Barbuda St. Lucia Dominica






English version [short]:

About Silver ships and pirate treasure

Piraaaateeeeees!!! Once, this scream was more dreaded by sailors than hurricanes or scurvy. In the so-called ‘Golden Age of Piracy’ the Caribbean Sea became a major center of piracy in the 17th century. Numerous fortresses were built, cannonballs were fired, galleons full of treasure have sunk, it was a time of looting and robbery. During this period, some of the greatest buccaneers such as Henry Morgan, Kidd Blackbeard, L'Ollonais, Anny Bonny and Mary Reade launched their attacks against colonial naval vessels in Caribbean waters and became a part of history. These were crazy decades. During these decades many mad types emerged, who you can see in adventure books and movies today, such as scarred daredevils with a parrot on shoulder, eye-patch and curved cutlass in the belt. Whenever I went ashore during my journey through the Caribbean in April, I heard stories about sunken Galleons and legendary pirate treasure buried in Caribbean islands…

The first destination of my journey was the southeast of the Dominican Republic near the fishermen’s village of Bayahibe. Here on the coast of Hispaniola still lie numerous undiscovered wrecks full of unimaginable treasures. Many ships on their way to and from Santo Domingo crashed as a result of devastating storms with waves reaching up to 30 metres, reefs and shoals not mentioned on any nautical maps, naval battles and pirate attacks. Overtime, the tides dispersed the ships remains. The wrecks were covered with sand or corals. I probably would not even notice the sunken ships or their valuable cargo, even if I was diving few centimeters above them. Some ships were rediscovered and tons of silver and gold were recovered over the past years. However, not everything has been found to date. For this reason these waters are a sought-after destination for treasure hunters and divers.

Bayahibe

Beach of Bayahibe

Shortly after beginning my first dive, I already found two cast-iron cannons and cannonballs in Parque Nacional del Este. I found myself above a wreck? Could it be a lost gold transport or silver ship of the Spanish crown? However, except for the existence of the cannons there was no evidence that this is a Spanish galleon lying at the bottom of the sea. Far and wide I could not see any treasure chests, pieces of gold or bullions of silver - the only treasure I found were shoals of grinning coral fishs.

The cannons belong the Spanish Galeon „Nuestra Señora de Guadalupe“, which sank in a hurricane in the year 1724. For more than 250 years the „Nuestra Señora de Guadalupe“ and their sistership „Conde de Tolosa“ have been lying on the bottom of the sea off the coast of the Dominican Republic. Until their discovery at the end of 1970's, the wrecks were covered with sand and corals. Divers found 33 cannons and recovered 100 tanks full of mercury. The mercury were sold for more than 100 million dollars. Also, golden bracelets, rings, brooches, necklaces, pendants, gold and silver coins were recovered and given to the National museum in Santo Domingo.

Morbid atmosphere of a real ghost ship at St. Georges Wreck

A more recent wreck was located directly in front of my Hotel "Vina Dominicus Palace". The wreck is a 80 meter long cargo vessel and lies sideways on a sandy bottom at 30 - 40 m of depth. The wreck is known as the ST GEORGES WRECK, named after the famous hurricane from 1989. The morbid atmosphere of a real ghost ship makes this ship one of the popular wreck sites in the waters of the southern Dominican Republic. A fat Green Moray Eel and a large Barracuda are permanent residents of this wreck.

Cave diving in the Jungle

The diving excursion to the underground freshwater-cave PADRE NUESTRO was a unique and amazing experience. We drove on a rough path in an old and scruffy bus through thick bushlands from Bayahibe into the heart of the country. From the "parking place" it was a short but strenuous trek through the jungle with the heavy diving equipment. Here and there a lizard scurried over the rocks. I discovered the entrance of the hidden cave. Without a flash light it would be pitch-black. Crystal clear water and beautiful stalactites and stalacmites formations compensate for the exhausting experience of dragging the equipment. The unique feature of the cave PADRE NUESTRO is the ability to surface into an air filled chamber after diving through a 300 m long tunnel.





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