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von Roger Blum

Flugzeugwracks

Der Lancaster-Bomber im Wünsdorfer See


Rund 40 km südlich von Berlin liegt der Große Wünsdorfer See. Er befindet sich in Wünsdorf, einem Ortsteil von Zossen. Der max. 11 m tiefe See hat lediglich eine mittlere Tiefe von 6 m. Eine gute Einstiegstelle bietet die Liegewiese am Strandbad Zossen-Wünsdorf. Das Wasser ist meist allerdings so trübe, dass sich das Tauchen eigentlich nicht lohnt. Aufgrund der hohen Eutrophierung hatten die Behörden sogar ein Badeverbot erwogen.

Wünsdorfer See


Aufsehen erregte im Jahre 1997 die Bergung eines britischen Bombers vom Typ Avro 683 Lancaster MK III aus dem Zweiten Weltkrieg. Dieser Bombertyp war der Standartbomber der Royal Air Force. Die im Wünsdorfer See abgestürzte Maschine hatte das taktische Kennzeichen DX-O und gehörte zur 57. Staffel der Royal Air Force.

Das Flugzeug wurde am 3. September 1944 abgeschossen und versank im Wünsdorfer See. Zeitzeugen berichteten, das sie einen britischen Bomberverband von Süden kommend Richtung Berlin fliegen sahen und der Verband von zwei deutschen Nachtjägern attackiert wurde. Ein Bomber soll aus dem Verband ausgeschert und in einer brennenden Schleife über den See gekurvt und dann explodiert sein. Zwei tote Besatzungsmitglieder habe man an Morgen nach dem Absturz beim Strandbad gefunden. Zwei weitere Tote habe man nach dem Krieg noch angeschnallt in ihren Sitzen im Rumpf gefunden und geborgen. Ein überlebendes Besatzungsmitglied soll unmittelbar nach dem Absturz im Schilf erschossen worden sein. Das Schicksal der übrigen Besatzungsmitglieder ist ungeklärt.

Die rechte Tragfläche und das stark deformierte Rumpfteil des Lancaster-Bombers wurden 1995 in 5,5 m Wassertiefe gefunden und 1997 von Tauchern des Deutschen Unterwasser Clubs e.V. im Auftrag des Deutschen Technikmuseums geborgen. Mit Hebesäcken wurde die ca. 8 Tonnen schwere Tragfläche des englischen Bombers am 29. September 1997 an die Oberfläche gebracht und Richtung Badeanstalt Wünsdorf gezogen. Dort wurde sie mit einem Kran aus dem Wasser gehoben und auf einem Tieflader verbracht, der – wegen der Überbreite von 5 Metern – in Polizeibegleitung den Weg nach Berlin ins Technikmuseum antrat.


Wünsdorfer See
Wünsdorfer See
Wünsdorfer See
Wünsdorfer See bei Berlin


Ein am Hauptholm gefundenes Typenschild ermöglichte die Identifizierung der Maschine. Auch das eingefahrene Fahrwerksrad in der Tragfläche war noch gut erhalten. Bei der Bergung der Flugzeugreste fand man noch Teile einer ledernden Pilotenkappe, Schnallen von Haltegurten, Instrumenten- und Batterieteile, Sauerstoffflaschen sowie eine Signalpistole.


Tragfläche des aus dem Wünsdorfer Sees geborgenen Lancaster-Bombers im Deutsche Technikmuseum in Berlin
Tragfläche des aus dem Wünsdorfer Sees geborgenen Lancaster-Bombers im Deutsche Technikmuseum in Berlin


Heute ist die aus dem Wünsdorfer See geborgene Tragfläche des Lancaster-Bombers im Deutsche Technikmuseum in Berlin ausgestellt.


Tragfläche des aus dem Wünsdorfer Sees geborgenen Lancaster-Bombers im Deutsche Technikmuseum in Berlin Tragfläche des aus dem Wünsdorfer Sees geborgenen Lancaster-Bombers im Deutsche Technikmuseum in Berlin


Fotos: Roger Blum

Quellen:
Rüdiger Snay, Archäologie und Unterwasserarbeit im DUC Berlin, in: Froschmann-Sonderausgabe zum 50-jährigen Bestehen des Deutschen Unterwasser Club Berlin e.V., S.43.
Axel Vogel, Brennend stürzte die Lancaster in den See, in: Die Welt vom 7.10.1997


Hat jemand weitere Informationen zu dem Wrack? Oder vielleicht sogar historische Unterlagen oder Fotos?
Bitte an info [add] easydive24.de, ich freue mich über jeden Hinweis.


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