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von Roger Blum

Flugzeugwracks

Das Wrack des „Fliegenden Bleistifts“

Die Überreste der Dornier Do 17 im Bötzsee bei Strausberg


Zwischen Strausberg und Altlandsberg bei Berlin befindet sich der Bötzsee. In den etwa 4 km langen und 400 m breiten See ist am 20. oder 21. Dezember 1944 ein deutsches Kampfflugzeug vom Typ Dornier Do 17 abgestürzt. Der zweimotorige Schulterdecker mit doppeltem Seitenleitwerk und einziehbarem Fahrwerk wurde wegen seiner schlanken Rumpfform auch als „Fliegender Bleistift“ bezeichnet. Die Maschine ist vom nahegelegenen Fliegerhorst Strausberg zu einem Schulungsflug gestartet. Sie gehörte zur Navigationsschule der Luftwaffe in Strausberg.


Bötzsee bei Berlin



Zur Absturzursache gibt es unterschiedliche Angaben: Die einen sprechen von einem Motorschaden; andere behaupten, die Maschine sei von einem amerikanischen Jagdbomber abgeschossen worden. Als sicher gilt, dass die dreiköpfige Besatzung eine Notwasserung auf dem Bötzsee versuchte. Die Maschine raste mit hoher Geschwindigkeit auf das Westufer des Sees zu. In der Uferzone hatte das Flugzeug noch eine so hohe Geschwindigkeit, dass es sich auf den Kopf stellte und mit der Rumpfspitze und den beiden Motoren in den Seeboden bohrte. Kein Besatzungsmitglied überlebte das Unglück. Die Luftwaffe hatte das Flugzeug und die Besatzung unmittelbar nach dem Unglück geborgen. Allerdings brach beim Herausziehen die Rumpfspitze bis zu den Pilotensitzen ab und verblieb im See.


Der Bötzsee aus der Luft



Nach langen Nachforschungen wurden die Überreste des Flugzeugs von Tauchern des Deutschen Unterwasserclubs Berlin e.V. (DUC) etwa 5 Meter vom Seeufer entfernt in nur 1 Meter Wassertiefe geortet. Im Oktober 1998 wurde die Absturzstelle im Auftrag des Deutschen Technikmuseums Berlin eingehend untersucht. Die Taucher fanden die Teile der Rumpfspitze und konnten Reste der Kanzel mit Instrumenten und der Steuersäule aus dem Schlamm bergen und dem Technikmuseum übergeben. Gefunden wurde angeblich auch ein gut erhaltenes Fußbodenstück des Co-Piloten. Unmittelbar neben den Fußpedalen sollen noch beide Fliegerstiefel des Co-Piloten gestanden haben.

Noch heute lassen sich die Trichter erahnen, wo sich Rumpfspitze und die beiden Motoren in den Seegrund gebohrt hatten.

Fotos: Roger Blum

Quellen:
Rüdiger Snay, Archäologie und Unterwasserarbeit im DUC Berlin, in: Froschmann – Sonderausgabe zum 50jährigen Bestehen des Deutschen Unterwasser Club Berlin e.V., S. 43.



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